Nachlese: SG Ehringshausen – SSV Dillenburg 04.10.09
5. Oktober 2009“In dieser Liga kann jeder jeden schlagen”, sagt Christian Erhard, Trainer der SG Ehringshausen. Die Ehringshausener haben es in dieser Saison richtig schwer. Nach einigen Abgängen vor (und zu Beginn der Saison), vielen Verletzungen und einem offensichtlichen Sturmproblem läuft es für die “Kleeblätter” noch lange nicht so, wie es sollte. Überraschend gewann die SG gestern gegen Dillenburg. Überraschend deswegen, weil Dillenburg als Sechster der Tabelle als klarer Favorit angereist war. Überraschend auch deswegen, weil Ehringshausen offenkundig ein Sturmproblem hat (erst zehn geschossene Tore und damit die offensivschwächste Mannschaft der Liga) und man nun mal ein Tor mehr als der Gegner schießen muss, um am Ende auch zu gewinnen. Diesmal stand jedoch auch die Abwehr sicher und Ehringshausen setzte sich mit 1:0 durch. Dank eines Kosovar Hodaj, der goldrichtig stand. Allerdings war die Begegnugn so schwach, dass ich zeitweilig nachvollziehen konnte, wieso in dieser Saison nur noch so wenig Zuschauer ins Roquemaure-Stadion kommen. Spielerisch MUSS Ehringshausen zulegen, sonst wird es für das Team in der Gruppenliga Gießen/Marburg richtig schwer. Im Moment holt Trainer Erhard das Optimum raus, ganz klar. Aber so wird es zum Klassenerhalt nicht reichen, leider. Von anderen Vereinen hört man hin und wieder von Querelen innerhalb der Mannschaft. Ob da etwas dran ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen, will ich auch nicht. Der neue Trainer macht mir jedoch einen sehr soliden Eindruck und ist definitiv mit dem Herz bei der Sache. Das war auch zu merken, als er sich über das 1:0 freute und das war auch nach dem Schlusspfiff zu merken. Der bangt keineswegs um seinen Stuhl, der will sich durchsetzen, etwas erreichen und sagt auch: “Daraus, dass in dieser Liga jeder jeden schlagen kann, ziehe ich meinen Optimismus.” Wünschen wir ihm, dass die Mannschaft in der Liga bleibt. Denn es gibt wenige Vereine, die derart gut geführt sind. Ein Muss eigentlich schon ab der Kreisoberliga.
Dillenburg enttäuschte jedoch auf der ganzen Linie, was Trainer Frank Bernhardt gar nicht mit der langen Verletztenliste entschuldigen wollte. Am Anfang schien es, als würde sich der SSV von der destruktiven Spielweise der Gastgeber einlullen lassen, später schien es, als könne Dillenburg einfach nicht mehr. Was es letztlich war, bleibt uns verborgen. Sicher ist, dass auch eine starke Schlussphase nicht reichte, um immerhin einen Punkt zu entführen. Dafür gingen die Schüsse zu ungenau auf den Ehringshausener Kasten. Bester Mann bei den Dillenburgern war einmal mehr Alexander Groß, der jedoch allein sicher kein Spiel drehen kann. Bei Ehringshausen muss man unbedingt die A-Jugendlichen Artan Hodaj und Patrick Schüller hervorheben, die zeitweise - im Gegensatz zu ihren Teamkollegen – richtig befreit aufspielten und mit Herz und Leidenschaft bei der Sache waren. Auf die Einstellung dieser beiden jungen Männer kann und muss Erhard in den kommenden aufbauen und vertrauen. “Auch die werden ihren Einbruch haben”, weiß der Trainer. Ganz klar – wer mit 150% startet, dem geht irgendwann die Puste aus. Erhard bereut es auch, dass er nicht jetzt erst gegen die Aufsteiger und Topteams spielen kann. “Die Ansetzung war für uns unglücklich”, sagt er, “genau diese Mannschaften sind mit Volldampf in die Saison gestartet und jetzt sieht man, dass ihnen langsam die Luft ausgeht.” Damit meint er wohl auch den SSV Langenaubach, der gleich zwei Spieltage hintereinander gegen Aufsteiger ordentlich Federn gelassen hat. Ehringshausen bleibt nur, darauf zu hoffen, in der Rückrunde mit allen jetzt Verletzten und vielleicht ein paar Neuzugängen eine kräftige Aufholjagd zu starten.
